Es hat mich also doch erwischt und ich habe mich infiziert.
Immer wieder haben mich liebe Kolleginnen und Kollegen angesprochen: „Schreib endlich einen mal einen eigenen Blog. Du hast so viel erlebt – lass andere teilhaben.“ Ich habe wirklich lange darüber nachgedacht und mir Zeit genommen. Das ist jetzt schon wieder fast drei Jahre her :-).
In der Zwischenzeit ist einiges ausgeklungen. An einem kühlen Septembertag war die Co-Moderation des Social-Media-Schnack-Podcasts nach fast 100 Folgen ad hoc aus und vorbei, der montägliche Livestream hatte sich damit dann auch erledigt. Ärgerlich? Nein, nicht wirklich. Traurig? Ja. Da steckten viel Arbeit, noch mehr Herzblut und ein harter Schnitt drin. Und es tat weh.
Frühmorgens war alles auf einmal vorbei
Danach kam viel Leere. Im Kopf, im Herz und zwischendrin. Eigentlich wollte ich auch nie wieder eine eigene Website haben. Auch diese Meinung hat sich längst verändert. Dank Alex, Silke und 40komma6 habe ich seit fast 3 Jahren wieder eine – und das nach 15 Jahren Pause zuvor. Und sie ist aktuell und funktioniert: Sie wird aufgerufen, wahrgenommen, sorgt für Kontakte und Jobs. Jetzt musste also endlich das Projekt Weblog auf den Weg gebracht werden und nur noch einen Namen haben. Den habe ich erstaunlicherweise schon lange. Ich war quasi extrem gut vorbereitet.
Der Namensgeber: F. Michna – der Ältere
Mein Vater, der 2022 mit 87 Jahren verstorben ist, war für mich weit mehr als ein Vorbild. Vater natürlich, der beste der Welt, aber auch zugleich engster Freund, bester Sparringspartner, Mentor, Förderer – mein ganzes Leben lang. Das ist und bleibt er in allen Belangen. Bis heute habe ich ihn stets im Herzen ganz nah bei mir. Schließlich hat er dafür gesorgt, dass ich mich sehr früh ausprobieren konnte und doch immer wieder aufgefangen wurde, wenn es nötig war. Das war öfter, als man denkt.
Er war zeitlebens ein gerader, aufrechter Kaufmann, der mit seiner Diplomatie Menschen zusammenführte, die sonst nie an einem Tisch gesessen hätten. Mit seiner Ruhe und der Fähigkeit zu vermitteln war er in der Familie und im Beruf immer wieder faszinierend. Und er konnte verkaufen. Das hat er mir immer wieder gezeigt: warum und wie Menschen bei Menschen kaufen und wie man Entscheidungen positiv vorbereitet und vor allem richtig zuhört.
Bei einer Aufräumaktion fielen mir lange vor seinem Tod seine Bewerbungsunterlagen in die Hände. Nicht nur ordentlich – in Machart und Präsentation geradezu perfekt. Streng nach den Vorgaben der höheren Handelsschule um 1950, jede Norm penibel eingehalten.
Ein Halbsatz aus diesem Schriftverkehr lässt mich seit Jahren nicht mehr los. Er irritiert mich, rührt mich an und bringt mich bis heute zum Schmunzeln. Gleichzeitig bringt er das Wesentliche jeder Kommunikation auf den Punkt:
„In der Falte beigekniffen.“
Herrlich. Was wichtig war, wurde im Anschreiben benannt – und in der Falte beigekniffen. Nach geltender Briefform gefaltet, im unteren Drittel, geschützt vom Begleitschreiben, auf die Reise geschickt. Dort lagen sie also: die wichtigen Unterlagen, die Originale, die eigentliche Nachricht. Ordentlich beigekniffen. Mehr kann ich mir für einen Blognamen kaum wünschen. Danke, Fritz!
Und was kommt da jetzt alles rein?
Thematisch lege ich mich nicht fest. Es ist mein digitales Tagebuch, also wird es sich mit meinen Themen befassen: Marketing, Markenführung, digitale Kommunikation, Social Media, Lernen, Wissen und natürlich generative künstliche Intelligenz (KI). Dazu Gedanken zu Wandel und Transformation – digital wie gesellschaftlich – nicht nur aus Sicht des Beraters, sondern auch aus der Sicht der Kunden meiner Kunden. Erlebtes und Erfahrenes rundet das Ganze ab, ohne dass ich es besser wissen oder klugscheißen muss.
Ein Teil dieser Inhalte könnte verunsichern – gewollt.
Ach ja, an der ein oder anderen Stelle könnte es kommunalpolitisch werden, denn ich sitze seit Januar 26 im Rat unserer kleinen, aber feinen Kurstadt. Ob ich mir das richtig überlegt habe? Nein! Aber wir alle sollten den Möchtegernprovinznazis nicht einfach so das Feld überlassen.
Eines noch: Hier gibt es keine allwissenden Weisheiten oder unverrückbaren Erkenntnisse. Eher persönliche Eindrücke zu Themen, die mich interessieren, bewegen und triggern. Ach so, Reaktionen, Meinungen, Widerspruch sind ausdrücklich erwünscht. „Wenig fordern ist Faulheit“ – auch so ein Ding von meinem Vater.
Viel Spaß beim Hereinschauen, Lesen und Stöbern.
FMI am 21.05.2026