Jetzt also doch – die erste Falte.

Bild von Frank Michna
Frank Michna
Frank Michna mit Brille vor der Webcam

Es hat mich also doch erwischt und ich habe mich infiziert.

Immer wieder haben mich liebe Kolleginnen und Kollegen angesprochen: „Schreib endlich einen eigenen Blog. Du hast so viel erlebt – lass andere teilhaben.“ Ich habe darüber nachgedacht. Mir Zeit genommen.

Das ist jetzt fast drei Jahre her.

In der Zwischenzeit ist einiges ausgeklungen. An einem kühlen Septembertag war die Co-Moderation des Social-Media-Schnack-Podcasts nach fast 100 Folgen ad hoc vorbei, der montägliche Livestream gleich mit. Ärgerlich? Nein. Traurig? Ja. Da steckten viel Arbeit, noch mehr Herzblut und ein harter Schnitt drin. Es tat weh.

Danach kam viel Leere. Im Kopf, im Herz und zwischendrin.

Eigentlich wollte ich auch nie wieder eine eigene Website haben. Auch diese Meinung hat sich längst geändert. Dank Alex, Silke und 40komma6 habe ich seit fast 3 Jahren wieder eine – nach 15 Jahren Pause. Und sie ist aktuell und  funktioniert: Sie wird aufgerufen, wahrgenommen, sorgt für Kontakte. Jetzt muss das Projekt Weblog nur noch einen Namen haben. Den habe ich erstaunlicherweise schon lange. Ich bin quasi vorbereitet.

Mein Vater, 2022 mit 87 Jahren verstorben, war für mich weit mehr als ein Vorbild. Vater natürlich, aber auch engster Freund, bester Sparringspartner, Mentor, Förderer – mein ganzes Leben lang. Ein gerader, aufrechter Kaufmann, der mit seiner Diplomatie Menschen zusammenführte, die sonst nie an einem Tisch gesessen hätten.

Bei einer Aufräumaktion fielen mir lange vor seinem Tod seine Bewerbungsunterlagen in die Hände. Nicht nur ordentlich – in Machart und Präsentation geradezu perfekt. Streng nach den Vorgaben der höheren Handelsschule um 1950, jede Norm penibel eingehalten.

Ein Halbsatz aus diesem Schriftverkehr lässt mich seit Jahren nicht mehr los. Er irritiert mich, rührt mich an und bringt mich bis heute zum Schmunzeln. Gleichzeitig bringt er das Wesentliche jeder Kommunikation auf den Punkt:

„In der Falte beigekniffen.“

Herrlich. Was wichtig war, wurde im Anschreiben benannt – und in der Falte beigekniffen. Nach geltender Briefform gefaltet, im unteren Drittel, geschützt vom Begleitschreiben, auf die Reise geschickt. Dort lagen sie also: die wichtigen Unterlagen, die Originale, die eigentliche Nachricht. Ordentlich beigekniffen. Mehr kann ich mir für einen Blognamen kaum wünschen.

Reaktionen, Meinungen, Widerspruch sind ausdrücklich erwünscht. Wenig fordern ist Faulheit – auch so ein Ding von meinem Vater.

Thematisch lege ich mich nicht fest. Es ist mein digitales Tagebuch, also wird es sich mit meinen Themen befassen: Marketing, Markenführung, digitale Kommunikation, Social Media, Lernen und Wissensweitergabe. Dazu Gedanken zu Wandel und Transformation – digital wie gesellschaftlich – nicht nur aus Sicht des Beraters, sondern auch aus der Sicht der Kunden meiner Kunden. Erlebtes und Erfahrenes rundet das Ganze ab, ohne dass ich es besser wissen oder klugscheißen muss.

Eines vorweg: Hier gibt es keine allwissenden Weisheiten oder unverrückbaren Erkenntnisse. Eher persönliche Eindrücke zu Themen, die mich interessieren, bewegen und triggern.

Viel Spaß beim Hereinschauen, Lesen und Stöbern.

FMI am 21.05.2026